Mann mit 3-Tage-Bart und kurzen braunen Haaren in weißem T-Shirt liegt im Bett und schläft auf einem weißen Kopfkissen

Nasenatmung versus Mundatmung

Warum sie für Kinder, Erwachsene und den Hormonhaushalt wichtig ist!

Warum Atmung mehr ist als nur Luft holen

Atmung beeinflusst zahlreiche Prozesse im Körper: Schlaf, Konzentration, Stressregulation, Hormonhaushalt und vegetatives Nervensystem.
Dabei spielt nicht nur wie viel wir atmen eine Rolle, sondern vor allem wie – durch die Nase oder den Mund.


Inhaltsverzeichnis

  1. Nasenatmung und Mundatmung – der physiologische Unterschied
  2. Sauerstoffverwertung und CO₂-Regulation
  3. Auswirkungen von Mundatmung bei Kindern
  4. Nasenatmung, Schlaf & ADH (Antidiuretisches Hormon)
  5. Mundatmung im Erwachsenenalter – oft unbemerkt
  6. Wie Osteopathie die Nasenatmung unterstützen kann
  7. Fazit

Nasenatmung und Mundatmung – der physiologische Unterschied

Die Nase ist weit mehr als ein „Lufteingang“. Bei der Nasenatmung wird die Atemluft:

  • gefiltert
  • erwärmt
  • angefeuchtet
  • mit Stickstoffmonoxid (NO) angereichert

Diese Prozesse unterstützen eine effiziente Sauerstoffverwertung, eine ruhigere Atmung und eine bessere Durchblutung.

Bei der Mundatmung entfallen diese Regulationsmechanismen weitgehend. Die Atmung wird häufig flacher, schneller und stressanfälliger.


Sauerstoffverwertung und CO₂-Regulation

Entscheidend für die Versorgung des Körpers ist nicht allein der eingeatmete Sauerstoff, sondern die Fähigkeit, ihn im Gewebe verfügbar zu machen.

Die Nasenatmung unterstützt:

  • eine stabile CO₂-Balance
  • eine ruhige Atemfrequenz
  • eine bessere Sauerstoffabgabe an Zellen und Organe

Besonders das Gehirn reagiert sensibel auf Veränderungen in diesem Gleichgewicht.


Auswirkungen von Mundatmung bei Kindern

Kinder, die überwiegend durch den Mund atmen, zeigen häufiger:

  • unruhigen oder nicht erholsamen Schlaf
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • schnelle Ermüdung
  • häufige Infekte
  • Veränderungen im Kiefer- und Gesichtswachstum

Mundatmung ist dabei meist kein Verhalten, sondern Ausdruck funktioneller Einschränkungen, z. B. im Nasen-, Rachen- oder Schädelbereich.


Nasenatmung, Schlaf & ADH (Antidiuretisches Hormon)

Das Antidiuretische Hormon (ADH) spielt eine zentrale Rolle im Flüssigkeitshaushalt und wird vor allem nachts während des Tiefschlafs ausgeschüttet.

Eine stabile ADH-Ausschüttung hängt unter anderem ab von:

  • ausreichender Schlafqualität
  • ruhiger Atmung
  • ausgeglichener Aktivität des vegetativen Nervensystems

Chronische Mundatmung – insbesondere nachts – kann den Schlaf fragmentieren, Stressreaktionen fördern und damit indirekt die nächtliche ADH-Regulation beeinträchtigen.
Mögliche Folgen können vermehrtes nächtliches Wasserlassen, nicht erholsamer Schlaf oder morgendliche Erschöpfung sein.


Mundatmung im Erwachsenenalter – oft unbemerkt

Viele Erwachsene atmen unbewusst durch den Mund, besonders:

  • nachts
  • bei Stress
  • bei hoher mentaler Belastung

Mögliche Begleiterscheinungen:

  • Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen

Die Atmung wirkt hier als Regulationsfaktor für Nervensystem und Hormonsystem.


Wie Osteopathie die Nasenatmung unterstützen kann

In der Osteopathie wird Atmung als Zusammenspiel betrachtet von:

  • Schädel und Gesicht
  • Nasennebenhöhlen
  • Zwerchfell
  • Brustkorb
  • vegetativem Nervensystem

Osteopathische Behandlung kann unterstützen durch:

  • Verbesserung der Beweglichkeit im Schädel- und Gesichtsbereich
  • Entlastung von Spannungen im Hals- und Rachenraum
  • Regulation des Nervensystems
  • Förderung einer physiologischen Atemmechanik

Ziel ist nicht das „Trainieren“ der Atmung, sondern das Schaffen funktioneller Voraussetzungen für Nasenatmung.


Fazit

Nasenatmung ist eine grundlegende Voraussetzung für guten Schlaf, hormonelle Regulation und körperliches Gleichgewicht.
Sie beeinflusst indirekt auch Prozesse wie die ADH-Ausschüttung und das allgemeine Wohlbefinden – bei Kindern wie bei Erwachsenen.

Osteopathie kann helfen, bestehende Einschränkungen zu erkennen und den Körper ganzheitlich zu unterstützen.


Atmet Ihr Kind häufig durch den Mund? Oder leiden Sie unter unruhigem Schlaf, Erschöpfung oder nächtlichem Wasserlassen?

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