Bild eine Frau, die beide Hände auf den Bauch legt
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Rectusdiastase nach Schwangerschaft

Wie Osteopathie den Heilungsprozess unterstützen kann.

Was ist eine Rectusdiastase?

Die Rectusdiastase bezeichnet das Auseinanderweichen der beiden geraden Bauchmuskeln (Musculus rectus abdominis) entlang der Linea alba. Besonders häufig tritt sie während und nach einer Schwangerschaft auf, kann aber auch Männer mit Bauchwandschwäche, starkem Druckaufbau im Bauchraum oder nach Operationen betreffen.

Eine gewisse Weitung ist physiologisch – problematisch wird sie, wenn sich die Bauchwand nicht ausreichend stabilisiert und Beschwerden entstehen.

Nicht nur Frauensache!


Inhaltsverzeichnis

  1. Warum heilt eine Rectusdiastase manchmal unvollständig?
  2. Typische Symptome bei Frauen und Männern
  3. Klassische Therapieansätze – und ihre Grenzen
  4. Wie Osteopathie bei Rectusdiastase unterstützen kann
  5. Was Patient:innen von einer osteopathischen Behandlung erwarten können
  6. Wann ist Osteopathie sinnvoll?
  7. Fazit

Warum heilt eine Rectusdiastase manchmal unvollständig?

Viele Patienten und Patientinnen berichten, dass sie trotz gezielter Kurse oder gezieltem Training weiterhin Beschwerden haben. Gründe dafür können sein:

  • anhaltende Spannungsveränderungen im Bindegewebe
  • eingeschränkte Beweglichkeit der inneren Organe
  • eine veränderte Atemmechanik
  • Narben (z. B. nach Kaiserschnitt)
  • fehlende Zusammenarbeit von Bauch, Beckenboden und Zwerchfell

Hier zeigt sich: Die Rectusdiastase ist nicht nur ein muskuläres, sondern ein funktionelles Gesamtproblem.


Typische Symptome bei Frauen und Männern

Eine Rectusdiastase kann sich sehr unterschiedlich äußern:

  • sicht- oder tastbare Lücke in der Bauchmitte
  • instabiles Gefühl im Rumpf
  • Rückenschmerzen oder Beckenschmerzen
  • Verdauungsprobleme oder Blähungen
  • eingeschränkte Belastbarkeit
  • bei Männern: zunehmender „Bauchdruck“ trotz Training

Nicht jede Diastase verursacht Schmerzen – dennoch kann sie die Körperstatik langfristig beeinflussen.


Klassische Therapieansätze – und ihre Grenzen

Üblicherweise wird eine Rectusdiastase behandelt durch:

  • Rückbildungs- oder Stabilisationstraining
  • Physiotherapie
  • gezieltes Core-Training
  • Stabilisierung durch Gurte oder Mieder

Diese Ansätze sind sinnvoll und wichtig. Allerdings greifen sie manchmal zu kurz, wenn:

  • das Gewebe seine Elastizität verloren hat
  • innere Spannungen bestehen
  • Beweglichkeit im Bauchraum eingeschränkt ist
  • die Rückenfaszie an Beweglichkeit verloren hat

Genau hier kann die Osteopathie ergänzend ansetzen.


Wie Osteopathie bei Rectusdiastase unterstützen kann

Die osteopathische Behandlung betrachtet den Körper als Einheit. Ziel ist es, Spannungen auszugleichen, Beweglichkeit zu verbessern und die Selbstheilungskräfte zu unterstützen.

Mögliche osteopathische Ansatzpunkte sind:

  • Behandlung der Bauchwand und Linea alba
  • Verbesserung der Organbeweglichkeit (z. B. Darm, Leber, Gebärmutter)
  • Regulation der Atemmechanik und des Zwerchfells
  • Arbeit an Beckenboden, Becken und Wirbelsäule und faszialen Zügen (thorakolumbale Faszie)
  • Narbenbehandlung (z. B. nach Kaiserschnitt oder OPs)

Dadurch kann der Körper wieder bessere Voraussetzungen schaffen, um Stabilität von innen heraus aufzubauen.


Was Patient:innen von einer osteopathischen Behandlung erwarten können

In der osteopathischen Praxis steht eine individuelle Befundung im Vordergrund. Jede Rectusdiastase ist anders – abhängig von:

  • Dauer seit der Schwangerschaft
  • Bindegewebsqualität
  • körperlicher Belastung
  • Begleitbeschwerden

Osteopathie ersetzt kein Training, kann dieses aber sinnvoll vorbereiten und begleiten.


Wann ist Osteopathie sinnvoll?

Eine osteopathische Begleitung kann besonders hilfreich sein, wenn:

  • Beschwerden trotz Training bestehen bleiben
  • ein instabiles Körpergefühl vorhanden ist
  • Schmerzen im Rücken oder Becken auftreten
  • nach Monaten keine deutliche Verbesserung eintritt
  • Männer unter funktioneller Bauchwandschwäche leiden

Fazit

Die Rectusdiastase ist mehr als ein ästhetisches Thema. Sie betrifft Stabilität, Haltung und Wohlbefinden.
Osteopathie kann helfen, den Körper ganzheitlich zu unterstützen und die Grundlage für eine nachhaltige Stabilisierung zu schaffen – besonders dann, wenn klassische Maßnahmen allein nicht ausreichen.


Sie leiden unter einer Rectusdiastase oder haben nach der Schwangerschaft weiterhin Beschwerden?

Gerne begleite ich Sie osteopathisch auf Ihrem individuellen Heilungsweg.

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